Eine Woche ab Lissabon: Cabo Espichel, Sines und die Sado-Mündung
Eine Woche an Portugals Atlantikküste: aus Lissabon den Tejo hinunter am Turm von Belém vorbei, die Klippen des Cabo Espichel, das Fischerstädtchen Sesimbra unter seiner maurischen Burg, Sines – Geburtsort Vasco da Gamas –, die Sado-Mündung mit ihren standorttreuen Delfinen und den Hügeln der Arrábida und auf dem Rückweg Cascais. Der Rundtörn von etwa 150 sm hat Schläge von fünf bis sechs Stunden, einen kurzen Tag in der Mündung und einen kurzen letzten Tag. Das ist Ozean, nicht Mittelmeer: lange Dünung aus Nordwest, der sommerliche Nordwind Nortada und Gezeitenströme in Tejo und Sado – ein Törn für eine Crew, die schon auf offenem Meer gesegelt ist.

Tag für Tag
Lissabon (Belém)
- Lissabon (Doca de Belém)38.695, -9.203
Bootsübernahme in der Doca de Belém, zwanzig Minuten vom Flughafen. Nebenan liegen das Hieronymuskloster und der Turm von Belém, beide UNESCO-Welterbe, und die Konditorei, die seit 1837 Pastéis de Belém backt.
Lissabon → Sesimbra
- Kap Espichel38.412, -9.225
- Sesimbra38.440, -9.105
Mit dem Ebbstrom den Tejo hinunter, vorbei am Turm von Belém und dem Leuchtturmfort Bugio, dann nach Süden an den Stränden der Caparica entlang und um das Cabo Espichel mit seinen 130 Meter hohen Klippen. Sesimbra ist ein Fischerort unter einer maurischen Burg; Nacht in der kleinen Marina oder vor Anker vor dem Strand, geschützt vor dem Nordwind.
Sesimbra → Sines
- Sines37.950, -8.865
Über offenes Wasser quer über die Mündung der Bucht von Setúbal nach Süden, fünf bis sechs Stunden vor dem Wind. Sines ist der Geburtsort Vasco da Gamas: Über der kleinen Marina am alten Hafen steht die Burg mit seinem Denkmal.
Sines → Setúbal
- Setúbal38.520, -8.887
Zurück nach Norden an den langen Stränden von Comporta entlang zur Sado-Mündung, am Vormittag, bevor die Nortada zulegt. Setúbal ist eine lebendige Fischerstadt mit dem Markt Livramento, die lokale Spezialität ist Choco frito, frittierter Tintenfisch; Nacht in der Marina Fontainhas.
Setúbal → Tróia
- Portinho da Arrábida38.473, -8.984
- Tróia38.494, -8.902
Ein Tag in der Mündung: vormittags nach Portinho da Arrábida unter den grünen Hängen der Arrábida zum Baden und Mittagessen, nachmittags über die Mündung nach Tróia. Im Sado lebt eine standorttreue Gruppe Großer Tümmler, die man genau hier am häufigsten sieht; neben der Marina von Tróia liegen die Ruinen römischer Fischsalzereien.
Tróia → Cascais
- Cascais38.692, -9.418
Der längste Tag: aus der Mündung, zurück um das Cabo Espichel und dann nach Norden gegen die Nortada, Ablegen im ersten Licht. Cascais ist ein ehemaliger Königsbadeort mit großer Marina an der Altstadt.
Cascais → Lissabon
- Lissabon (Doca de Belém)38.695, -9.203
- OeirasMarina38.676, -9.318
- Doca de Santo Amaro (Lissabon)Marina38.699, -9.178
Ein kurzer Schlag den Tejo hinauf nach Lissabon, nach dem Gezeitenkalender, damit der Strom mitläuft. Tanken und Rückgabe.
Die Koordinaten sind ungefähr und zeigen Hafen oder Bucht. Sie lassen sich in Google Maps oder den Kartenplotter einfügen; vor dem Festmachen oder Ankern mit Seekarte und Hafenhandbuch abgleichen.
Gut zu wissen
- Wind und Dünung: Im Sommer setzt fast täglich die Nortada ein – ein Nordwind von 15–25 Knoten, der zum Abend und an den Kaps Espichel und Roca zulegt. Nach Süden segelt man deshalb vor dem Wind, nach Norden am Vormittag, solange er schwächer ist. Aus Nordwest läuft immer Atlantikdünung, im Sommer etwa anderthalb bis zwei Meter, im Herbst mehr. Die besten Monate sind Juni bis September.
- Gezeitenströme: Im Tejo und in der Sado-Mündung setzt der Strom mit mehreren Knoten, und bei Wind gegen Strom steht auf der Barre eine steile, kurze See. Planen Sie Ein- und Ausfahrten in die Flüsse nach der Gezeitentafel – mit mitlaufendem Strom und bei Tageslicht.
- Schutzgebiete: Die Arrábida-Küste vom Cabo Espichel bis Setúbal ist der Meerespark Luiz Saldanha, in dem Ankern und Fischen je nach Zone eingeschränkt sind; in Portinho da Arrábida liegt man an kommunalen Bojen. Die ganze Küste ist voller Fischerbojen und Netze: Fahren Sie nachts nicht dicht unter Land unter Motor und halten Sie beim Anlaufen der Häfen Ausguck am Bug.
- Logistik: Der Flughafen Lissabon liegt zwanzig Minuten von Belém; Charterbasen gibt es auch in anderen Marinas der Stadt – Santo Amaro, Alcântara, Parque das Nações –, die Route bleibt dieselbe. Portugal ist EU und Schengen, entlang der Küste gibt es keine Formalitäten.
Anreise zur Marina
- Doca de Belém, Lisbon
- Lissabon (LIS) — 15 km, 20 Min. mit dem Auto
20–35 Min. · €15–30 pro Wagen
Taxi oder Fahrdienst per App vom Terminal am Flussufer entlang nach Belém; zur Rushhour länger.
20–35 Min. · €30–45 pro Wagen
Vorbestellter Transfer: Der Fahrer wartet in der Ankunftshalle und bringt Sie direkt zur Marina.
50–65 Min. · €4–6 pro Person
Metro vom Flughafen mit der roten Linie, Umstieg in die grüne bis Cais do Sodré, dann zwei Stationen mit dem Vorortzug der Cascais-Linie bis Belém.
Die Charterbasen Lissabons verteilen sich auf mehrere Marinas – Belém, Santo Amaro, Alcântara, Parque das Nações; prüfen Sie Ihre: Mit dem Taxi liegen sie fünf bis fünfundzwanzig Minuten auseinander.
Preise sind Schätzungen für Herbst 2026 in Euro, Fahrzeiten ohne Stau. Bus- und Fährfahrpläne ändern sich mit der Saison: Prüfen Sie sie vor der Reise.
Wie lang ist die Route Lissabon — Setúbal und wo übernachtet man?
7 Tage und etwa 148 Seemeilen als Rundtörn, Start und Ziel ist Lissabon. Übernachtungen der Reihe nach: Lissabon (Doca de Belém), Sesimbra, Sines, Setúbal, Tróia, Cascais. Der längste Schlag ist Tag 6 mit 36 sm.
Wie kommt man zur Marina der Route Lissabon — Setúbal?
Die Route beginnt und endet in Doca de Belém, Lisbon. Nächster Flughafen: Lissabon (LIS), 15 km entfernt. Am schnellsten: Taxi, 20–35 Min., €15–30 pro Wagen. Am günstigsten: Bahn und Metro, 50–65 Min., €4–6 pro Person.
Wann segelt man die Route Lissabon — Setúbal am besten?
Rund um Lissabon läuft die Saison von Mai bis Oktober; am besten sind Juni und September, wenn die Nortada schwächer ist als im Juli und August. An der Algarve wird fast das ganze Jahr gesegelt: Die Winter sind mild, die Tage kürzer und Atlantikfronten häufiger. Auf den Azoren ist das Fenster von Juni bis September, wenn das Azorenhoch über den Inseln liegt.
Brauche ich einen Bootsführerschein, um eine Yacht zu chartern?
Für einen Bareboat-Charter (ohne Skipper und Crew) ja: einen Bootsführerschein und in der Regel ein VHF-Funkzeugnis. Ohne Schein buchen wir Ihnen einen Skipper dazu; er wird getrennt vom Bootspreis bezahlt.
Was ist im Bootspreis enthalten?
Das Boot selbst für eine Woche. Separat zu zahlen sind in der Regel: Transitlog und Endreinigung, Treibstoff, Liegegebühren in Marinas, Kaution (oder Kautionsversicherung), Skipper, Koch und Hostess, falls gewünscht, sowie Extras – SUP, WLAN an Bord, Kaffeemaschine, Relingsnetz für Kinder.

